Nachhaltigkeit auf dem Spiegelshof

Durch den inflationären Gebrauch des Begriffs "Nachhaltigkeit" hat Jeder schon einmal davon gehört, aber kaum einer weiß etwas damit anzufangen.

 

Der Begriff stammt aus der Forstwirtschaft und meint: Es wird nur soviel aus dem Wald an Holz geholt, wie auch wieder nachwächst. Wenn man jedes Jahr einen Baum mehr fällt als nachwächst, hat man irgendwann keine mehr. Ein Boden, Rohstoff oder auch die Arbeitskraft sollen so eingesetzt werden, dass noch Generationen nach uns diese nutzen können.

 

Inzwischen wird Nachhaltigkeit überall praktiziert, wobei sich mir das Prinzip hinsichtlich "nachhaltiger Geldanlagen" nicht erschließt.

 

Was aber bedeutet dies für die Spiegelshofer?

Boden:

  • Unser Schaf- und Ziegenmist landet selten auf den Wiesen und Weiden vom Spiegelshof. Auf den Misthaufen baue ich Gemüse an, da die erste Nutzung mit Starkzehrern erfolgt, ist der größte Teil an Stickstoff bereits im zweiten Jahr verbraucht. Da in Zukunft mit größeren Mengen zu rechnen ist, soll ein Teil des Mistes in einer Biogasanlage eingesetzt werden. 
  • Als landwirtschaftlicher Betrieb nutze ich natürlich auch Traktoren mit großen schweren Anbaugeräten. Trotzdem kann man hier darauf achten, nicht mehr als unbedingt nötig den Boden zu strapazieren. Schwere Maschinen verdichten den Boden, so dass das Bodenleben, die Bodenstruktur und auch die Vegetation darunter leidet. Man muss nicht nach jedem Weidegang mit dem Mulcher über die Fläche fahren, das sieht vielleicht nicht so schön aus, schont aber den Boden.

Energie:

  • Strom kommt auch bei uns aus der Steckdose, zwar von einem "Grünen" Anbieter, aber eben nicht selber produziert. Ziel ist eine Photovoltaik-Anlage, langfristig sollen auch die Fahrzeuge, soweit möglich, durch E-Autos ersetzt werden. Von den landwirtschaftlichen E-Fahrzeugen träumen wir momentan noch, aber möglich ist ja viel.

Wasser:

  • Die Ferienwohnung kann bis zu 20 Personen umfassen, da geht einiges an Wasser durch die Toilettenspülung. Daher befindet sich im Garten eine Zisterne mit 9 cm² Füllvermögen. Das Regenwasser wird dort gesammelt und für die Toiletten,die Waschmaschinen und im Garten eingesetzt.

Lebensmittel:

  • Ein großer Garten und dazu die Misthaufen bieten eine Menge Möglichkeiten, um Lebensmittel zu gewinnen. Immerhin reichen die Lebensmittel bisher, um einige Monate im Jahr ohne größere Zukäufe auszukommen. Und Fleisch kommt natürlich von den eigenen Tieren.