Leben im Biosphärenreservat Rhön

Im Jahre 1991 hat sich die UNESCO dazu entschlossen, die Rhön zum "Biosphärenreservat" (BR) auszuweisen.

Das über Jahrhunderte durch die menschliche Nutzung entstandene Mosaik an Lebensraumgesellschaften ist so besonders, dass man dem "Land der offenen Fernen" diesen Titel zusprach.

Mit der Zertifizierung sind drei Pflichten verbunden:

 

  1. Erhaltung unserer Kulturlandschaft
  2. Modelle zum Leben und Wirtschaften im BR Rhön entwickeln
  3. Öffentlichkeitsarbeit  und Umweltbildung zum Thema Biosphärenreservat

    

1. In der Rhön wird die Kulturlandschaft weiterhin gepflegt, um den Charakter der Offenheit in diesem Mittelgebirge zu erhalten. Wir setzen die traditionelle Bewirtschaftung der Flächen fort, indem Rinder, Schafe und Ziegen zum Einsatz kommen. Teilweise werden Flächen auch maschinell bearbeitet, z. B. für die Heuernte.

Zahlreiche Landwirte können so ein Einkommen erwirtschaften und tragen so zur Zukunft der Rhön bei.

 

2. Ein BR ist kein Gebiet, in welchem die Menschen ausgeschlossen sind. Im Gegenteil, ohne die Menschen hätte die Kulturlandschaft keine Chance.  Ein gutes Einkommen ist der Garant dafür, dass die Rhöner ihre Heimat nicht verlassen müssen. Daher haben wir im BR Rhön die Pflicht, Modelle und Ideen für die Menschen zu entwickeln, damit diese hier bleiben können.

Zahlreiche Vermarktungsschienen wurden aufgebaut, damit z. B. der Landwirt sein Fleisch, der Schreiner seine Möbel, der Gastwirt seine regionalen Speisen verkaufen kann.

Beispiele gibt es viele:

  • Lammfleisch aus der Rhön
  • Rhöner Biosphärenrind
  • Rhöner Bachforelle
  • Rhönholzveredler
  • Rhöner Apfelinitiative
  • Wanderregion (Hochrhöner)
  • Tourismus in der Rhön

 

3. Die UNESCO fordert von uns, dass wir hinausgehen und den Menschen erzählen, was ein Biosphärenreservat überhaupt bedeutet. Nur wenn wir unseren Besuchern, aber auch den Einheimischen, die nicht wissen, was sich dahinter verbirgt, erklären, was es mit einem BR auf sich hat, können wir Interesse und Verständnis dafür wecken. Nur, wenn die Menschen die Zusammenhänge zwischen Landschaftspflege, Erhaltung der Rhön und dem Kauf einer Lammkeule verstehen, sind sie auch eher bereit das Fleisch aus einheimischer Produktion zu kaufen. Auch wenn die Lammkeule aus Neuseeland billiger ist!